Fire Emblem: Radiant Dawn (Wii) Review 10.April 2008, 19:19
Posted by hoellenkuehlschrank in Games.Tags: Dawn, Emblem, Fire, Radiant, Review, Rollenspiel, Wii
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Guten Tag,
Vor wenigen Wochen legte ich mir dieses wundervolle Spiel für meine Wii zu und nun, nach etwa 70 Stunden wohl investierter Spielzeit, durfte ich die Credits und den “Ende”-Screen über meinen Bildschirm flimmern sehen und werde nun ein umfassendes Review über diese kleine Perle verfassen.
Von Rittern, Königen und tapferen Rebellen
Radiant Dawn spielt drei Jahre nach dem Gamecube-Vorgänger “Path of Radiance” (bitte dort die Plot-Zusammenfassung durchlesen, sonst würde das zu lange dauern). Nach dem Krieg gegen den verrückten König Ashnard war Crimea wieder frei und Daein zerstört. Die Herrschaft über Daein wurde an die Theokratie Begnion verliehen, die mit Gewalt und Terror über jenes Volk herrschen. Eine kleine Gruppe aus Widerstandskämpfern - der Bund der Morgenröte - stellt sich den Unterdrückern jedoch in den Weg. Mit Hilfe des Mädchens Micaiah, dass über hellseherische Fähigkeiten verfügt, schaffen sie es immer wieder, den Imperialen Truppen Paroli zu bieten.
So beginnt die Geschichte von Radiant Dawn, die - so möchte ich anmerken - sehr gelungen ist. Der Plot ist in vier Teile gespalten, in denen die verschiedenen Protagonisten durch ihre Abenteuer begleitet werden.
Teil 1 begleitet den bereits genannten “Bund der Morgenröte”, der versucht, den Erben des Throns von Daein zu finden, und somit das Königreich wieder zu rehabilitieren (was sie natürlich auch schaffen).
Im zweiten Teil (der zudem der Kürzeste ist) erlebt man den Konflikt, mit dem die neue Königin von Crimea, Elincia, zu kämpfen hat. Der Senat ist mit ihrer allzu barmherzigen Regentin unzufrieden, und Aufruhr breitet sich im ganzen Land aus. Hinter der ganzen Sache steckt eine grausame Intrige und der Versuch, Königin Elincia zu stürzen. Zusammen mit ihren engsten Getreuen schafft sie es jedoch, die Revolution niederzuschlagen.
Diese ersten beiden Teile haben grob gesehen nicht viel mit der Hauptstory des Spiels zu tun, jedoch spreche ich ihnen absolute Daseinsberechtigung zu. Sie sind vergleichbar mit einer Exposition: Wichtige Charaktere werden vorgestellt, Probleme aufgezeigt, und der drohende Konflikt wird angedeutet. So werden viele Andeutungen gemacht, deren Hintergrund erst ganz zum Schluss gelüftet wird.
Teil 3 und 4 möchte ich jetzt nicht näher erläutern, da ich nicht zu ausschweifend werden, und möglichen Käufern den Spaß nicht verderben möchte. Es sei nur soviel gesagt, dass es ein Wiedersehen mit Ike und Greils Söldnern gibt, und ein mächtig großer Krieg vor der Türe steht.
Stimmen, die Stimmen
Ein besonderer Leckerbissen der Präsentation des Spiels sind die Zwischensequenzen und die astreine, deutsche Synchronisation. Viele aus Film, Fernseh und Hörspiel bekannte Synchronsprecher(die Namen kenne ich nicht, aber die Stimmen erkennt man durchaus wieder) wurden für das Game an Land gezogen, und geben wichtigen Charakteren die Möglichkeit sich angemessen auszudrücken. Vor allem der Erzähler, der zwischen den Kapiteln die Story vorantreibt, hat seinen Job sehr gut gemacht, auch wenn er einige Namen (z.B. Daein als Da-Ein) ein wenig ominös ausgesprochen hat.
Die Zwischensequenzen machen ebenfalls einiges her, sodass man sich freut, wenn man sich nach Beendigung des Spiels alle Cutscenes, so oft es einem beliebt, sehen kann. Ein paar mehr von der Sorte hätte ich mir allerdings gewünscht. Der Großteil der Geschichte wird nämlich wie im Vorgänger auch durch sehr textlastige Sequenzen vorangeführt, in denen man unbewegte(jedoch sehr schöne) Bilder der Charaktere betrachtet, während man sich deren Dialoge durchliest. Manchmal fällt einem das Gerede doch etwas negativ auf, jedoch kann man eine Sequenz auch jederzeit durch einen Druck auf den Plus-Knopf(oder Start-Knopf) beenden (aber wer will das schon?).
Gamplay - Altbewährt und nach wie vor genial
Die Spielmechanik hat sich seit dem Vorgänger (und auch im Vergleich zu den anderen Ablegern der Reihe) kaum verändert. Man wird auf ein in viele Quadrate geteiltes Schlachtfeld geworfen, wo man mit seinen eigenen Truppen versucht die gegnerischen Einheiten Zug um Zug zu besiegen, wobei die eigenen und die gegnerischen Einheiten immer abwechselnd ihre Züge machen dürfen. Strategisches Vorgehen ist hierbei oberste Priorität, denn stupides Draufkloppen führt nur selten ans Ziel. Jede der Einheiten hat bestimmte Vor- und Nachteile, die man im Kampf geschickt ausnutzen muss, um ein vorzeitiges Spielende zu verhindern. So gibt es ein so genanntes Waffendreieck, dass die Verhältnisse zwischen den Waffentypen klärt (Schwerter schlagen Äxte schlagen Lanzen schlagen Schwerter). Neben diesen drei Waffenarten gibt es noch Dolche und Bögen, die aus dieser Regelung herausfallen, sowie mächtige Magie, für die es eigene Besonderheiten gibt. Außerdem sind die aus dem Vorgänger bekannten Laguz (Menschen, die sich je nach Rasse in Raubtiere, Vögel oder Drachen verwandeln können) wieder mit dabei.
Während der Schlachten sammeln die Kämpfer Erfahrungspunkte (z.B. durch das Besiegen einer Einheit), wodurch sie Level aufsteigen und ihre Attribute (ganz nach Rollenspielart sind das Dinge wie Stärke, Magie, Verteidigung etc.) erhöhen. Ingesamt drei Entwicklungsstufen können die Charaktere erreichen (Myrmidon wird z.B. zuerst zu einem Schwermeister und dann zu einem Schwertheiligen), wodurch sie mit neuen Fähigkeiten ausgestattet werden.
Wichtig: Sollte während einer Mission eine der eigenen Einheiten sterben, ist sie für immer verschwunden oder von zukünftigen Kämpfen ausgeschlossen (es sei denn eine wichtige Einheit stirbt, dann gibt es sofort den “Game Over”-Bildschirm), sodass eifrige Zocker mit dem Ziel spielen werden, möglichst alle Einheiten heil durch alle Schlachten zu geleiten.
Vor jeder Mission kann man in der Basis seine Einheiten ausrüsten und neue Ressourcen für den Kampf erstehen. Außerdem kann man die Charaktere miteinander Kontakte knüpfen lassen, wodurch sie im Kampf zusätzliche Boni erhalten. Hierfür muss man die Einheiten nur während der Missionen nebeneinander kämpfen lassen, und vor anschließend in der Basis prüfen, ob die betreffenden Charaktere sich unterstützen können.
Das Spiel bietet einem zwei Möglichkeiten der Steuerung, entweder per quer gehaltener Wii-Fernbedienung oder mit dem Gamecube-Controller. Beide Steuerungsarten sind ähnlich einfach zu erlernen, und lassen einen in kürzester Zeit alle Kommandos problemlos ausführen.
Die Grafik während der Missionen ist übrigens weniger spektakulär, was aber auch nicht sonderlich negativ auffällt. Es ist alles zweckmäßig gehalten, die Kampfanimationen sind nett anzusehen (und optional auch abstellbar) und alles läuft übersichtlich und flüssig über die Bühne.
Musik in der Luft
Radiant Dawn wird von einem großartigen Soundtrack untermalt, der sich auch abseits des Schlachtfeldes hören lassen kann. Pompöse Fanfaren, aggressive Kriegsmelodien und melancholische Burgklänge, die Musik stimmt einfach zu jedem Augenblick, und man erwischt sich nicht selten dabei, dass man eine der Melodien mitsummt. Einen Soundcheck gibt es ebenfalls, sobald man das Spiel zum ersten Mal durchgespielt hat.
Riesiger Umfang - Happiger Schwierigkeitsgrad
Das Abenteuer umfasst etwa 40 Missionen (pro Mission braucht man etwa eine halbe bis hin zu zwei oder mehr Stunden), die eine Spielzeit von 60+ Stunden versprechen. Rechnet man jetzt noch die insgesamt drei verschiedenen Schwierigkeitsgrade und die unzähligen Charaktere drauf, mit denen man das Spiel bestreiten kann, kann man sich ausdenken, wie lange man an diesem Spiel seine Freude haben kann.
Fazit
Für jeden Fan von Strategie-Rollenspielen (aber eigentlich auch für jeden Anderen) ist Radiant Dawn ein absoluter Pflichtkauf, weil er hier den König des Genres vorliegen hat. Alles, was das Fire Emblem-Franchise so beliebt gemacht hat ist drin, und wurde an diversen Ecken verfeinert und verbessert. Die Geschichte ist fesselnd und episch, wie es sich gehört, und fügt am Ende alle Handlungsstränge sinnig zusammen. Der Soundtrack überzeugt voll, die Mechanik ist simpel wie genial und ein Spiel mit einerm ähnlich großen Umfang gibt es auf der Wii bisher nicht, soweit ich weiß.
Kaufen!
Wertung:
Präsentation: 8,5/10
Liebevoll gestaltete Charaktere, fulminante Zwischensequenzen und eine gute Deutsche Synchro. Die Story ist packend und bis zum Schluss spannend und voller Wendungen. Ca. 60+ Stunden Spielzeit (für den ersten Durchlauf)
Grafik: 7,9/10
Abseits der Zwischensequenzen ist die Grafik schlicht und zweckmäßig und nichts, was nicht auch der Gamecube könnte. Dennoch sind die Karten und die Kampfanimationen passend und nett anzusehen.
Sound: 9,1/10
Der Soundtrack überzeugt in jeder Hinsicht und passt in jeder Situation zur Szenerie. Ein gar epischer Soundtrack
Gameplay: 9,2/10
Altbewährtes wird auf geniale Art und Weise fortgeführt. Das Spielprinzip ist nach dem Motto “Easy to learn, hard to master!” und sorgt für eine stetig wachsende Lernkurve.
Nachgeschmack: 8,5/10
Nach dem Durchspielen ist man leicht gewillt sich noch einmal in die Schlacht zu begeben, sei es nun auf einem höheren Schwierigkeitsgrad, oder mit anderen Kampfrecken.
Gesamt: 8,9/10
So, ich hoffe mein “kleines” Review hat euch gefallen und euch Lust auf dieses wunderschöne Spiel gemacht. Achja, bevor jemand es anmerkt: Ja, das Wertungssystem stahl ich ganz keck von ign.com
In diesem Sinne, schönen Abend noch


Besorg dir Disgaea, wenn du Taktik RPGs magst.
Jo, wurde mir schon mehrfach empfohlen, ich werde mal schaun. Ich
kann ja leider kein Geld scheißen.
Verdammt, plötzlich brauch ich ganz dringend eine Wii.
Mit freundlichem Gruße
Shadow