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Schnuffel auf Platz 1 der Charts - Deutschland beweist seinen Geschmack 7.März 2008, 02:12

Posted by hoellenkuehlschrank in Musik (mehr oder weniger).
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Vor einigen Wochen betrat ein neues, computeranimiertes Klingeltonmaskottchen die Werbebühne von Jamba! Schnuffel, mit seinem Song.. Kuschel… oder anderherum? Ich weiß es nicht.

Anfangs fand ich das Lied (für Klingeltonverhältnisse) garnicht mal so ätzend. Es war süß, und eingängig. Und da eben wurde ich skeptisch. Aus empirischen Beobachtungen prophezeite ich bald, dass Schnuffel eine große Karriere bevorstand, und dass er von Tausenden von 8 bis 12-jährigen auf das Mobilfunktelefon heruntergeladen werden würde. Und so begab es sich letztendlich auch, sodass sich Schnuffel nun nach seinen großen Vorbildern - dem Verrückten Frosch, und Zwitschie dem Küken - auch an der Spitze der deutschen Charts eingefunden hat.

Ein Armutszeugnis? Ich denke schon.

Ich sehe mich mit der Erkenntnis konfrontiert , dass Deutschland seinem musikalischen Tiefpunkt entgegenwandert. Denn solche Klingelton-Ergüsse kann man leider nicht als “Ausrutscher” zu den Akten legen, sondern derartige Verbrechen an der Musikbranche werden hier zur Regel.

Denn neben dem knuffigen, kleinen Hasen haben wir da ja noch eine Frau Y-Ass (promoted von Alex C), die zur Schau stellt, wie man eine garnicht mal so schlechte Stimme in ein ätzend vulgäres Gewand packen kann, sodass es nur noch zum Tanzhit auf Flatrate-Partys taugt.

Aprospros Partyhit. DJ Ötzi wäre auch so ein Kandidat, denn man getrost im musikalischen Jordan ertränken könnte. Momentan ist sogar mit zwei Songs in den Top 10 vertreten. Einmal wäre da sein Allround-Nerv-Besoffen-Mitsing-Lied “Ein Stern”, der mir schon seit Karneval 2007 die Gehörgänge malträtiert. Dem hat sich jetzt “Ich will Leben” dazugesellt… nach einmaligem Hören musste ich allerdings feststellen, dass das einfach nur ein Remix von “Ein Stern” ist.
Fettes Brot ist mir da noch sehr symphatisch. Zwar geht es in ihrem neuen Song “Bettina, zieh dir bitte etwas an” um eine Frau, die freundlich darum gebeten wird ihren scheinbar nicht so ansehnlichen Vorbau zu verhüllen, allerdings wissen die HipfHüpfer aus der alten Schule auch welch albernen Klamauk sie da verzapfen und nehmen sich nicht all zu ernst.

Da derartige Chartkracher den Radiosendern zu peinlich sind (außer natürlich BigFM, die sich für nichts zu schade sind), müssen die sich irgendwie mit Leona Lewis, Kylie Minogue und Timbaland über Wasser halten… aber Letzterer steckt ja sowieso überall seine Nase herein.

Kommentare»

1. GrossOut - 12.März 2008, 13:31

Eigentlich geb ich dir da schon recht, mit deinem Text da oben, aber eine kleine Anmerkung habe ich da noch: Die “Frau” Alex C. ist ein Kerl und zwar niemand geringer als Alex Christensen, Kopf hinter dem damaligen Projekt U96, welches ja mit seinem Remix der Titelmelodie des deutschen Films “Das Boot” bekannt wurde. Und wenn man dann mal diesen Arsch-Song oder auch den aktuellen “Doktorspiele” mit dieser komischen Y-Ass-Tusse (wie man merkt, DAS ist die Dame) anhört, dann macht einen das schon betroffen, wie tief der Christensen gesunken ist. Zwar waren auch U96 so nie wirklich meine Schiene, aber das war doch wenigstens noch ein bissl gehaltvoller als das, was er jetzt fabriziert.

2. hoellenkuehlschrank - 12.März 2008, 18:21

Ob nun Alex C oder Y-Ass….. ist mir im Prinzip Pedal, solange alle wissen, was gemeint ist.
Trotzdem danke, für den Hinweis, wird verbessert..