No Angels gewinnen Vorentscheid des Eurovision Songcontest 7.März 2008, 01:24
Posted by hoellenkuehlschrank in Musik (mehr oder weniger).Tags: Cinema Bizarre, Eurovision, Grand Prix, Marquess, No Angels, Songcontest
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Tragisch, Tragisch….
Erwartungsvoll sah ich mir heute den Vorentscheid zum Eurovision Songcontest an, und musste wieder einmal feststellen, dass Deutschlands aus seinen Fehlern nicht gelernt hat.
Hier die Kandidaten:
Marquess – Die Hannoverischen Spanier (ob sie nun wirklich Deutsche sein mögen, sei jetzt mal dahingestellt) sind mir bereits letztes Jahr mit ihrem Hit „Vayamos Companeros“ positiv aufgefallen und auch ihr Antrittssong „La Histeria“ hat viel Pepp, hätte meiner Meinung nach aber nicht in den Grand Prix gepasst. Deutsche, die Spanisch singen und aussehen wie Grönländer… das hätte nur irritiert.
Tommy Reeve - Angekündigt als der große Frauenschwarm räumte ich ihm bereits im Vorhinein verschwindend geringe Chancen ein. Ich hab mir das Lied nicht einmal anhören können, weil.. ehm… keine Ahnung, vielleicht hab ich auch einfach nicht aufgepasst. Wer ist das überhaupt? Naja, jedenfalls war er mir symphatischer als…
Cinema Bizarre – Naja.. was soll ich dazu sagen? Erst einmal: Ich höre überaus gerne japanische Musik, und bin deshalb auch sehr vertraut mit der Visual Kei – Szene (in die ich Cinema Bizarre nun einfach mal einordne). Die Bands dieser Szene zeichnen sich durch außerordentlich ausgefallen Kostüme, Schminke und Accesoires aus, und würden von der Allgemeinheit wohl mit „Manga-Figuren“ und ähnlichen Klischeenamen tituliert werden. Wenn da jetzt eine Band daherkommt, die damit wirbt, dass sie den ganzen Tag Mangas liest, was in jedem zweiten Satz von Thomas Hermanns ins schier Lächerliche gezogen wird, dann stellt das ernsthafte japanische Künstler (die vermehrt nun auch in Deutschland auftreten) in ein denkbar schlechtes Licht. Böses Cinema Bizarre… bizarre Kinder, die bizarr Singen und gänzlich un-bizarrer Weise rausgeflogen sind.
Carolin Fortenbacher – Meine große Hoffnung. Ich bin großer Fan von Musicals, durfte Mamma Mia (dort ist Frau Fortenbacher die Hauptrolle) leider noch nie selbst erleben, aber stellt große Erwartungen an die Caro, die auch erfüllt wurden. Das Lied hatte alles Nötige für einen Grand Prix hit.. Dramatik, Pathos und dazu einen wiedererkennbaren Refrain, den man gerne – von Gänsehaut berührt – mitsingt. Und für ihre 43 Jahre hat sich Frau Fortenbacher sogar noch ziemlich gut in Szene gesetzt. Traurigerweise wurde ihr Talent nicht zur Genüge gewürdigt.
Diese vier mehr oder weniger vielversprechenden Teilnehmer dürfen uns in Belgrad nicht repräsentieren. Stattdessen haben die Musikproduzenten sich in die tiefsten Gruften des Abyssums begeben, um das Casting-Show Urgestein aus seinen Särgen heranzuschleppen.
Die No Angels
Was ist da nur mal wieder schiefgelaufen, Deutschland? Ich war doch sehr verwundert, und peinlich berührt, als ich feststellen musste, dass diese totgeglaubten Schrullen doch noch eine so große Fanbase besaßen. Überall las ich bisher, dass das Comeback (zurecht meiner Meinung nach) ein absoluter Flop war, und jetzt so was. Den Song hab ich nach dem ersten Hören direkt wieder vergessen, und besonders gut fand ich ihn auch nicht. Es ist halt so.. happy trippy flippy Pop, der einem nicht im Gedächtnis bleibt, und der auch genausogut von irgendeiner anderen erfolglosen Pop-Band (von denen es ja scheinbar immernoch nicht genug gibt) stammen könnte. Ob dem eine Verschwörung zu Grunde liegt? Oder gibt es tatsächlich so viele, die sich von den „Keinen Engeln“ so begeistern lassen. Naja, wem’s gefällt.
Nach dieser herben Enttäuschung kann ich mit Gewissheit eine Prognose für Belgrad aufstellen. Unsere Platzierung liegt Jenseits der 20er Grenze, und wir können froh sein, wenn wir eine Punktzahl im zweistelligen Bereich erreichen. Hierfür besteht zwar keine Gewähr, aber ich Wette dennoch gerne um kleine Geldbeträge.
Achja.. der Obige Text entsprang mir natürlich auf Grund meiner eigenen Meinung. Wenn die euch nicht passt, habt ihr selbstverständlich ein Recht auf euren eigenen Standpunkt. Musik ist halt etwas hochgradig subjektiv zu Bewertendes.
P.S.: Ich denke übrigens, dass wir mit Carolin Fortenbacher etwa auf Platz 6 gelandet wären. Mit Cinema Bizarre hätten wir gewonnen.



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